Auge auf Krebs

NCT Dresden behält Krebs im Auge

Wissenschaftler des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden freuen sich über ein neues, hochentwickeltes Bildgebungsgerät, das nur an wenigen Standorten in ganz Europa erhältlich ist. Der Scanner, der ausschließlich für die patientennahe Forschung bestimmt ist, umfasst ein integriertes Ganzkörpergerät für die Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronenemissionstomographie (PET), einen Dual-Energy-Computertomographie-Scanner und zwei State-of-the- Kunst Ultraschallsysteme. NCT-Forscher planen, die Geräte zu verwenden, um die Strahlentherapie zu verbessern, die Präzision der minimalinvasiven Krebsbehandlung zu erhöhen oder neue radioaktive Sonden für die PET-Bildgebung in klinischen Studien zu etablieren.

Bei NCT beschränkt sich die medizinische Forschung häufig auf Abende oder Wochenenden, da die Hauptgeräte den ganzen Tag über in der Klinik eingesetzt werden. „[Unsere] Wissenschaftler können jetzt 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche auf eine Vielzahl von High-End-Bildgebungsgeräten für ihre patientennahe Forschung zugreifen. Dies ist eine wichtige Grundlage für die Förderung der Krebsforschung“, sagt Prof. Mechthild Krause, Geschäftsführerin bei NCT Dresden.

Im Rahmen von Studien werden Patienten am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus direkt von der neuen Bildgebungsplattform profitieren. Hochgenaue interne Bilder sind eine wichtige Grundlage für eine möglichst schonende Behandlung von Krebs mit minimal invasiven Verfahren. Mit dieser detaillierten Bildgebung wollen NCT-Wissenschaftler die Präzision minimalinvasiver Verfahren in Zukunft weiter steigern. Zum Beispiel wollen NCT-Wissenschaftler in Dresden und Heidelberg mehr über den tatsächlichen Primärtumor bei Patienten mit Prostatakrebs erfahren und dann die Strahlentherapie noch genauer auf den einzelnen Patienten zuschneiden. Mithilfe der Simultanaufzeichnungstechnik möchten die Forscher auch frühzeitig herausfinden, wie sie auf die Behandlung von Patienten mit Chemotherapie mit Bauchspeicheldrüsenkrebs reagieren können. Letztendlich wird durch die Verwendung dieses Scanners die Strahlenbelastung für Patienten und Personal minimiert.

„Unser Ziel ist es, Krebstherapien in Zukunft klar zu individualisieren, damit wir sie auf die jeweiligen Patienten und ihre Krankheiten zuschneiden können“, erklärt Prof. D. Michael Albrecht, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Dresden. „Der neue Bildscanner ist ein wichtiges Instrument, um dieses personalisierte Krebsmedikament weiterzuentwickeln.“ Diese von Siemens Healthineers entwickelte und hergestellte Technologie bietet den Wissenschaftlern umfassende Informationen zur räumlichen Abdeckung der Gewebeeigenschaften und des Zellstoffwechsels.

Der Bildscanner im Wert von rund sechs Millionen Euro wurde hauptsächlich vom NCT / Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) finanziert. Es verfügt über Dual-Energy-CT-Scans und kann gleichzeitig Bilder mit zwei verschiedenen Röntgenenergien erzeugen. Es kann 128 Körperschichten pro Umdrehung innerhalb von 140 Millisekunden erfassen und so außergewöhnliche Bilder mit bemerkenswerter Geschwindigkeit erstellen.